Zschocher liest

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Kleiner Buchmessen-Ersatz für Zschocher

Unsere Gäste waren: Cornelia Lotter, Pia Volk, Volkmar Wölk und Eva von Redecker

Am 20.03.22 erzählte Volkmar Wölk aus historischer Perspektive über die Neuen Rechte in Europa. 2024 wird voraussichtlich ein Buch zum Thema erscheinen. Volkmar Wölk, Jg. 1952, ist Mitarbeiter der Zeitschrift der Rechte Rand. Themenschwerpunkte: ‚Neue‘ Rechte und Nationalrevolutionäre, Ideologieentwicklung der extremen Rechten, Europakonzeption der extremen Rechten. Videolink Volkmar Wölk

Am 17.03.22 las Pia Volk aus ihrem Buch ‚Die schrägsten Orte Deutschlands – Ein Fremdenführer für Einheimische‘.

Pia Volk ist einen Pfad entlanggewandert, der über das Gelände eines Atomkraftwerks führt, und hat einen Truppenübungsplatz durchquert auf dem Weg zu mächtigen Gräbern, von denen niemand weiß, wie sie gebaut wurden. Sie ist über eine mit Hohlräumen durchsetzte Felslandschaft gesprungen, in der alles Wasser verschwindet, und hat sich erklären lassen, wie man von einem Kirchturm auf das wohl gigantischste Ereignis der deutschen Erdgeschichte schließen kann. Sie hat sich sorbische Märchen angehört. saterfriesische Sprichwörter, sowie Töne, die Jahre anhalten. Über all diese bizarren Landschaften, exzentrischen Welten und obskuren Objekte berichtet sie. Spannend und unterhaltsam führt sie zu geographischen und historischen Kuriositäten und lehrt uns, das eigene Land mit neuen Augen zu sehen. Pia Volk schreibt. Meist stolpert sie eher zufällig über Themen, trifft Menschen, die sie außergewöhnlich findet, hört von Orten, die seltsam sind, oder ihr werden Geschichten erzählt, die sie innehalten lassen. Ihre Texte sind in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeotung, der Süddeutsche Zeitung, der Zeit und in vielen verschiedenen Magazinen erschienen. Als Erzählerin hört man sie bei Deutschlandfunk Nova. Pia Volk hat Geographie und Ethnologie studiert und nach ihrem Abschluss ein Journalistikstudium in Leipzig absolviert. Von Leipzig aus erkundet sie die große, weite Welt. Videolink Pia Volk

Am 16.03.22 las Cornelia Lotter aus ihrem Buch ‚Der Himmel über den Mauern‘

Eine packendeGeschichte über das ehemalige Wehrmachtsgefängnis und späteren Jugendwerkhof in Torgau.Simone findet bei der Auflösung des Hausstandes ihrer Mutter Dokumente, die nahelegen, dass ihr Großvater, dessen Schicksal in der Familie stets totgeschwiegen wurde, während des Zweiten Weltkrieges im Wehrmachtgefängnis in Torgau inhaftiert gewesen ist.

Dieser Ort im Sächsischen, von dem Simone noch nie etwas gehört hat, ist für Matthias mit traumatischen Erlebnissen im einzigen Geschlossenen Jugendwerkhof der DDR verbunden. Noch Jahrzehnte danach leidet er unter Albträumen und befindet sich in therapeutischer Behandlung.Die Bankangestellte aus Stuttgart und der arbeitslose Mann aus Leipzig begegnen sich in dem malerischen Städtchen an der Elbe und tauchen ein in das, was sie ganz persönlich mit diesem Ort verbindet. Einem Ort, an dem wehrlose Menschen aus politischen Gründen gebrochen werden sollten.Am Ende erhält Simone die Antwort darauf, welch ungeheuren Frevel ihr Großvater in den Augen ihrer Familie begangen hat.Hier geht es zu unserem Videolink Cornelia Lotter

Am 20.03. gab es auch noch eine Diskussion über ‚Revolution für das Leben‘ von Eva von Redecker mit Live-Zuschaltung der Autorin.

Revlution für das LebenEine neue Kapitalismuskritik – und eine Liebeserklärung an menschliches Handeln

In Zeiten der Krise entzündet sich politisches Engagement. Protestbewegungen wie Black Lives Matter, Fridays for Future und NiUnaMenoskämpfen derzeit weltweit gegen Rassismus, Klimakatastrophe und Gewalt gegen Frauen.So unterschiedlich sie scheinen mögen, verfolgen diese Widerstandskräfte doch ein gemeinsames Ziel: die Rettung von Leben. Im Kern richtet sich ihr Kampf gegen den Kapitalismus, der unsere Lebensgrundlagen zerstört, indem er im Namen von Profit und Eigentum lebendige Natur in toten Stoff verwandelt: Der Kapitalismus verwertet uns und unseren Planeten rücksichtslos. In autoritären Tendenzen und rassistischen Ausschreitungen, in massiven Klimaveränderungen und einer globalen Pandemie zeigt er seine verheerendsten Seiten.In den neuen Protestformen erkennt Eva von Redecker, die als Philosophin zu Fragen der Kritischen Theorie forscht und auf einem Biohof aufgewachsen ist, die Anfänge einer Revolution für das Leben, die die zerstörerische kapitalistische Ordnung stürzen könnte und unseren grundlegenden Tätigkeiten eine neue solidarische Form verspricht: Wir könnten pflegen statt beherrschen, regenerieren statt ausbeuten, teilhaben statt verwerten.

Die erste philosophische Analyse des neuen Aktivismus.»Eine der aufregendsten Nachwuchsphilosophinnen des Landes.« Philosophie Magazin