Vortrags Reihe

Vortragsreihe Zschocher History

Christine Arendt präsentiert ihre Bücher Unser Kleinzschocher und Erinnerungen an mein Kleinzschocher bei der Auftaktveranstaltung zu Zschocher History im Garten der alten Handelsschule. Foto: Claudia Doms

Um das Projekt Zschocher History- von Gestern für Morgen lernen inhaltlich zu begleiten gibt es eine ergänzende Vortragsreihe.

Wir möchten die Vorträge relativ kurz halten zwischen 40 und 60 Minuten und sehen sie eher als Auftakt zu einem anschließenden Gespräch über das Thema mit allen Anwesenden. Die Vorträge finden in unserem Stadtteilladen, dem Lixer, in der Pörstener Str. 9 statt.

Termine:

17.07.2021 — 19:00 Uhr
Sascha Lange: Die Leipziger Meuten

Überall im Leipziger Stadtgebiet gab es ab Mitte der 1930er Jahre Jugendcliquen jenseits der Hitlerjugend. Bis zu 1.500 Jungen und Mädchen gehörten ihnen an. Offensiv gingen sie gegen die HJ vor und verteidigten ihre Freiräume und ihre Subkultur. In Kleinzschocher gab es die Meute Hundestart. Ihre Mitglieder bezahlten einen hohen Preis für ihre Freiheitswillen. 

28.07.2021 — 20:00 Uhr
Cornelia Lotter: Schwarzer Mohn

Juni 1942: Zusammen mit ihrer 16-jährigen Schwester Inessa wird die junge Ukrainerin Taissija nach Leipzig zur Zwangsarbeit verschleppt. Während die ehemalige Deutschlehrerin als Dolmetscherin eine erträgliche Arbeit gefunden hat, muss Inessa für die Rüstungsindustrie in einer der vielen Fabriken schuften. Durch einen russischen Zwangsarbeiter bekommt Taissija Kontakt zu deutschen Kommunisten, die in ihrer Laube Flugblätter herstellen und für die Beendigung der Naziherrschaft kämpfen. Cornelia Lotter erzählt in ihrem Roman die Geschichte des Internationalen Antifaschistischen Komitees  dessen Akteur*innen zum Teil in Kleinzschocher ansässig waren. Einen besonderen Blick wirft sie dabei auf die Rolle der Frauen in der Gruppe. 

Cornelia Lotter ist freie Autorin und hat eine Vielzahl von Büchern, teils mit Leipzig Bezug veröffentlicht.

31.07.2021 — 19:00 Uhr
Adrian Weiß: Arbeiter*innenbewegung im Leipziger Westen

Leipzig rühmt sich geschichtspolitisch heute mit der Völkerschlacht, Luther, einigen Komponisten und natürlich den Montagsdemonstrationen von 1989. Doch dass Leipzig ein Zentrum der deutschen Arbeiter*innenbewegung war, ist heute größtenteils in Vergessenheit geraten. So wurde in einem Leipziger Vergnügungslokal sowohl die erste Gewerkschaft, als auch eine Vorgängerorganisation der SPD gegründet. In Leipzig fand der  ‚Dreigroschenstreik‘ statt, der zu dem ersten Tarifvertrag führte. Speziell der Leipziger Westen war von gut organisierten Metallarbeiter*innen geprägt, die regelmäßig Rosa Luxemburg in den Felsenkeller für ihre Reden einluden. Mit dem Vortrag soll ein wichtiges und teils vergessenes Stück Leipziger Geschichte wieder ins Bewusstsein geholt werden. In einem Gespräch wollen wir gemeinsam überlegen, was wir heute von der historischen Leipziger Arbeiter*innenbewegugn lernen können. 

Adrian Weiß ist Bildungshistoriker an der Universtiät Leipzig/Kassel

13.08.2021 — 19:00 Uhr
Tom Pürschel: Jüdisches Leben in Kleinzschocher und Umgebung zwischen 1900 und 1945

Im Spätsommer 2014 begannen Jane Wegewitz und Tom Pürschel mit den Recherchen zu jüdischem Leben im Leipziger Westen, speziell für Schleußig. Erstes Ergebnis dieser Nachforschungen war eine Ausstellung mit der dazugehörigen Website www.next-door-neighbours.de. Hinzu kam 2017 eine Publikation „Broder, Cerf & Löbl“, die aus diesen drei Familien Geschichte(n) zum jüdischen Leben im Leipziger Westen festhält.

Im Vortrag werden die zwei der genannten Familien – Broder und Cerf – vorgestellt, da sie auch in Kleinzschocher wirkten und lebten. Hinzu kommen Einblicke in das Vorgehen bei der Recherche, aufgesuchte Archive, publizierte Quellen sowie das gefundene Quellenmaterial und dessen Einordnung.

Tom Pürschel studierte an der Universität Leipzig Religionswissenschaft sowie Mittlere und Neuere Geschichte. Seit 2017 arbeitet bei der Moses Mendelssohn Akademie in Halberstadt.

––––––––––––––––

Da wir immer noch in einer Pandemie Situation sind, bitten wir euch um das Tragen einer FFP2-Maske. Wir werden uns um regelmäßigen Luftaustausch kümmern und ermöglichen euch Abstände zu halten. Für alle die nicht mobil sind oder sich noch nicht zwischen vielen Menschen aufhalten wollen, bieten wir die Möglichkeit online an der Veranstaltung teilzunehmen. Wenn ihr online teilnehmen möchtet schreibt bitte eine Mail an zschocherhistory@posteo.de Wir freuen uns darauf, uns nach dem Vortrag noch zu dem Thema mit euch zu unterhalten.