„Plauen auf dem Holzweg “ Online Vortrag des Colorido e.V. zur Neonazi Partei “ III. Weg“

In Plauen liegt einiges im Argen. Der „III. Weg“, eine der umtriebigsten Neonazi Parteien mit klarem Bezug zum historischen Nationalsozialismus, ist fester Bestandteil der Stadtgesellschaft in Plauen geworden.

Mit seiner aggressiven und unverhohlen rassistischen Politik macht der “ III. Weg“ immer wieder Schlagzeilen. Ob er zu Hetzjagden auf Geflüchtete an der Grenze zu Polen aufruft oder mit auf den Zug der Corona-Leugner:innen aufspringt, wo die Partei auftaucht sind Gewalt und martialische, and die Ästhetik des 3. Reichs angelehnte, Inszenierungen garantiert.

Der Colorido e.V. in Plauen beobachtet die Aktivitäten der Partei und ihrer Akteur:innen, belebt die Zivilgesellschaft in Plauen und ermutigt zu demokratischem Protest.

Anfang 2020 begleitete die französische Journalistin Prune Antoine Tony Gentsch, „Stützpunktleiter“ des „III. Weg“ in Plauen, bei seinem Treiben. So entstand eine mehrteilige Reportage zur Neonazi Partei, illustriert wurde die Reportage mit Karikaturen des Zeichner „Piet“.

Basierend auf dieser Reportage, den Karikaturen und eigenen Beobachtungen hat der Colorido e.V. einen Vortrag über die Partei erstellt , der aufgrund der Pandemie momentan nur Online vorgetragen werden kann.

Anmeldung zum Vortrag

Da der Vortrag in der Vergangenheit von Akteur:innen des „III. Weg“ gestört wurde, gelten für die Online Anmeldung besondere Auflagen.
Bitte meldet euch unter lixer@riseup.net mit Vor- und Nachnamen an. Ihr bekommt dann einen Link mit dem ihr am 17.12. um 19:00 in einen Warteraum kommt. Wenn euer Anmeldename mit dem im Warteraum gewählten Nickname übereinstimmt werdet ihr für den Vortrag freigeschalten. Eure Daten werden nach dem Vortrag verlässlich gelöscht.

Der „III. Weg“

Der Dritte III. Weg ist im Moment die attraktivste klassische Neonazi Partei die, ohne Umwege über die üblichen Verschleierungstaktik à la Afd, sich in Auftreten und Programmatik klar am Nationalsozialismus orientiert.

Die Partei ging aus dem sogenannten Freien Netz Süd (FNS) hervor, einem Verbund von gewaltbereiten Neonazikameradschaften in Bayern, dass dank eines lange angekündigten Verbots durch das bayerische Innenministerium die Partei „III. Weg“ als Ersatzstruktur gründete. Über die Infoseite des FNS wurde im Oktober 2013 die Gründung der Partei verkündet. Ein kleiner Vorgeschmack darauf wie leicht es den Neonazis fällt die Justiz an der Nase herum zu führen und selbst aus einem Verbot noch Kapital zu schlagen. Die Partei bezeichnet sich als „nationalrevolutionär“ und hat Berührungspunkte mit der rechtsterroristische Szene bundesweit.

Eine der zentralen Figuren der Partei ist Tony Genstsch, ein in Bayern aufgewachsener, vorbestrafter Neonazi . 2014 zog er mit mehren Familien ins Vogtland und eröffnete 2015 einen „Stützpunkt“ der Partei in Plauen. 2017 eröffnete dann das erste Büro im Plauener Stadtteil Hasselbrunn. Seitdem hat der „III. Weg“ mehre Immobilien in Plauen erworben, führt hier immer wieder große Demonstrationen durch die Teils in Gewaltexzessen enden und ist sitzt in den kommunalen Parlamenten. Deren Akteur:innen scheinen teils aus Desinteresse teils aus einem zweifelhaften Demokratieverständnis vollkommen überfordert mit der Situation und so hat der III. Weg neben der Straße, ihren zahlreichen Immobilien und den sozialen Medien jetzt eine weitere Bühne.

Die einst von der NPD Mitte der 2000er herausgegebene Parole des „Kampf um die Köpfe,Straßen und Parlamente“ scheint nun aufzugehen.

Während der Corona-Pandemie erweiterte der „III. Weg“ in Plauen sein Wirkungsfeld und konnte seinen Einfluss auf das konservative bis rechtsoffene Bürgertum verstärken. Zusammen mit dem deutschlandweit vernetzten Busunternehmen Thomas Kaden, der als Kandidat der vom Versfassungsschutz beobachteten „Freien Sachsen“ 7,5% bei der Oberbürgermeisterwahl 2021 holte, organisierte der III. Weg Kundgebungen gegen die Corona-Maßnahmen. So erweitert die Partei ständig ihren Einfluss und erschließt sich neue Wähler:innen.